Spvgg Untermünstertal e.V.

Nachbetrachtung: Aufstiegsspiel zur Landesliga

Bettina Sieber, 08.07.2018

Nachbetrachtung: Aufstiegsspiel zur Landesliga

Aufstiegsspiel zur Landesliga: SV Untermünstertal – SV 08 Laufenburg

 

Samstag, 23. Juni 2018 kurz vor 16.00 Uhr. Es herrscht schönstes Fussballwetter im Münstertal. Bei Temperaturen um 20 Grad ist kaum ein Wölkchen am Himmel auszumachen. Rund 700 Zuschauer hatten sich im Belchenstadion eingefunden. Sogar der Hartplatz musste als Parkplatz umfunktioniert werden. Auch viele Fans aus Laufenburg hatten die Anreise ins Tal auf sich genommen, um ihr Team lautstark zu unterstützen. DC- und Stadionsprecher-legende Frank Schneider verkürzte dem Publikum die Zeit bis zum Anpfiff mit seiner bekannt interessanten (gefürchteten?) Musikmischung.

Kurz nach 16.00 Uhr ging es dann los. Die Ausgangsposition nach unserem 3-2 Sieg im Hinspiel war klar: Laufenburg musste mit zwei Toren Unterschied gewinnen oder einen Sieg mit mehr als drei Toren einfahren, um uns den Aufstieg in die Landesliga noch streitig zu machen. Bei einem 3-2 für die Hochrheiner hätte es Verlängerung gegeben.

Die erste Halbzeit ist schnell erzählt. Beide Mannschaften standen defensiv sehr diszipliniert und kompakt. Torchancen waren hüben wie drüben Mangelware. Als Schiedsrichterin Noemi Topf zur Pause pfiff, hatte mach ein SVU-Fan bestimmt den Gedanken, „hier brennt nichts mehr an“.

In Halbzeit zwei wurde dann aber klar, dass dies ein Trugschluss war. Das 1-0 der Laufen-burger durch Emanuel Esser (50. Minute/platzierter Flachschuss aus etwa 20m) war das Startsignal für ein dramatisches Fußballspiel. Der zwischenzeitliche Ausgleich für die SVU durch Ablie Suwareh (58.Minute/alleine vor dem Torhüter, nachdem der Gegner auf Abseits spekuliert hatte) konnte uns Münstertäler nicht lange beruhigen. Denn kurz darauf nutzten die Gäste eine Verwirrung in Täler Strafraum zur erneuten Führung durch Bujar Halili (65.Minute/nach Flanke von links hämmerte er den Ball aus wenigen Meter ins Tor).

Der SV 08 Laufenburg stürmte nun mit aller Macht und brachte die Täler Defensive gewaltig unter Druck. Gleichzeitig wurden die durchaus gefährlichen Konter der SVU immer seltener. Die Gastgeber sehnten sich sichtlich den Abpfiff herbei. Ein weiters Tor der Laufenburger und die Landesliga wäre in weite Ferne gerückt.

Die erste Minute der Nachspielzeit hatte gerade begonnen als das Netz des SVU-Gehäuses erneut wackelte. Riesiger Jubel auf Seiten der Laufenburger. Aufstieg in die Landesliga durch ein Tor in der 90.+1. Minute? Doch der Schiedsrichterassistent an der Seitenlinie hatte sofort Abseits angezeigt. Jäh brach der Jubel auf Laufenburger Seite ab. Die Schiedsrichterin hielt Rücksprache mit dem Assistenten, der sich auf Ballhöhe befunden hatte. Er war sich sehr sicher, dass zwei Laufenburger im Abseits gestanden haben. Der Treffer zählte nicht. Riesige Proteste und Enttäuschung auf Seiten der Gäste war die logische Folge, währen bei Spieler und Fans der SVU wohl unzählige Steine (Felsen?) von den Herzen fielen.

Es brodelte nun im Belchenstadion. Die Meinungen über den nicht gegeben Treffer waren in den Fanlagern natürlich sehr verschieden. Fast hätte man sich den viel bescholtenen Videobeweis gewünscht.

Als nach 7. Minuten Nachspielzeit der Abpfiff erfolgte, war der Jubel und die Erleichterung beim SVU riesig. Zurück in der Landesliga nach dreijähriger Abstinenz. Aufstieg nach einer tollen Saison in der Bezirksliga. Da wurde heftig und lange gefeiert. Näheres hierzu entzieht sich dem Wissen des Autors…

Dem FC 08 Laufenburg darf man das Kompliment machen, in beiden Spielen ein absolut gleichwertiger Gegner gewesen zu sein. Aber gerade nach der dramatischen Schlussphase würden sie bestimmt lieber den Aufstieg feiern, als von allen Seiten gelobt zu werden.

Fazit Fußball vor der eigenen Haustüre kann sehr viel interessanter und emotionaler sein als manches der vielen WM-Spiele, die derzeit über die LED-Bildschirm flimmern.

 

Georg Mayhaus

 


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