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Nr.2 - Interview mit Bernd Harter und Angelo Pflug

Bettina Sieber, 14.09.2021

Nr.2 - Interview mit Bernd Harter und Angelo Pflug

Interview in Heft 2 mit Bernd Harter: Beisitzer und Rechte Hand von Abteilungsleiter Fußball Reiner Pfefferle sowie Angelo: Trainer 2.+ 3. Mannschaft und ehemaliger Leiter der Abteilung Jugend

Frage:
Täuscht der Eindruck oder fällt es Vereinen zunehmend schwerer, Mitglieder für ein Ehrenamt zu gewinnen?

Antwort Bernd:  
Grundsätzlich ist es schon nicht einfach Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Allerdings finde ich, dass wir beim SVU Glück haben, dass es viele gibt, die sich für den Verein einbringen.

Antwort Angelo:  
Tatsächlich ist es nicht so einfach ehrenamtliche Mitglieder zu gewinnen. Besonders die jüngeren sind meisten eher daran interessiert wegzuziehen, um zu studieren und verlieren so oft den Kontakt zum Heimatverein. Auch durch die großen Spielgemeinschaften geht der Bezug zum Heimatverein verloren, andererseits bieten diese die Chance über Vereine hinweg Möglichkeiten zu nutzen, um bestimmte Tätigkeiten zu besetzen.

Frage:
Gibt es Bereiche, für die es besonders schwer ist, neue Leute zu verpflichten oder zu gewinnen?

Antwort Bernd:  
Schade finde ich, dass es im Jugendbereich nicht einfach ist,  Trainer/Betreuer zu finden.

Antwort Angelo:  
Aus meiner Jugendleiterzeit habe ich es immer als besonders schwer empfunden Jugendtrainer zu finden. Als ich anfing Fußball zu spielen, waren in jeder Mannschaft mehrere Väter, die ihre Kinder trainierten. Aktuell muss jedoch um jeden einzelnen gekämpft werden und man kann froh sein, wenn jedes Team überhaupt einen Trainer hat. Auch die Schiedsrichtersuche ist ein großes Problem. Wir kämpfen jedes Heimspiel bei unserer Dritten darum, einen Freiwilligen zu finden, der die Spiele pfeift. Bei der Jugend ist es genauso. An dieser Stelle möchte ich gerne die Werbetrommel rühren! Wer Schiedsrichter sein möchte darf sich jederzeit gerne bei mir melden!

Frage:
Wie könnte man denn diese Situation verbessern?

Antwort Bernd:  
Da denke ich an die aktiven oder ehemaligen Fußballer im  Verein. Diese sind für die Kinder/Jugendlichen doch die Vorbilder und könnten die jungen Menschen für den Fußball begeistern.

Antwort Angelo:  
Schön wäre es, wenn der Verein mehr in seine Jugendtrainer investieren würde. Sei es mit Gutscheinen fürs Tanken oder Einladungen zu einem Spiel inkl. Essen und Trinken. Allgemein ist das Thema Dankbarkeit für das Ehrenamt etwas, das man in allen Vereinen größer schreiben sollte.
 So investiert man große Summen in den Aktivbereich und lässt meist den Jugendbereich aus. Wir als Untermünstertal sollten hier als Vorbild vorangehen. Vor allem wenn man die hohe Anzahl an einheimischen Spielern aus der eigenen Jugend bedenkt. So waren im Spiel der Zweiten gegen Alem. Müllheim 15 von 18 Spielern aus der eigenen Jugend.


Frage:
Welche Argumente sprechen denn für ein Ehrenamt im Verein der Spielvereinigung Untermünstertal?

Antwort Bernd:  
Zusammen etwas erreichen, sich engagieren, am Vereinsleben teilhaben und Menschen treffen, das verstehe ich unter „Ehrenamt“. Nur mit Ehrenämtern ist es möglich, dass es ein Vereinsleben gibt. Besonders gefällt mir bei der SVU die Kameradschaft und  das Miteinander.

Antwort Angelo:  
Wichtig ist es Spaß und Freude an dem zu haben, was man im Verein macht. Der SVU ist aufgrund der hohen Anzahl an einheimischen Spielern und Verantwortlichen ein familiärer Verein. Man kennt sich hier seit Jahren und freut sich über jede Person, die sich mehr engagieren möchte.
 Man wird hier super aufgenommen und hat sehr viele Möglichkeiten seine eigenen Ideen zu verwirklichen. Sei es mein Bruder David mit dem Stadionheft oder Simon Wiesler mit seiner Idee der neuen Homepage.
 Auch wenn sich ab und zu mal jemand querstellt gibt es nie ein „Nein“ und man ist immer offen für neue Ideen.

Frage:
Wie kann man die jüngere Generation, bzw. auch die aktiv Spielenden der 1., 2., und 3. Mannschaft mit ins Boot holen, um sich motivierend  miteinzubringen?

Antwort Bernd:  
Den Spielern zeigen, dass sie wichtig sind für und im Verein. Nicht  nur auf dem Spielfeld. Sie dazu animieren sich mit Spaß einzubringen. Wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, dann klappt’s. So funktioniert ein Verein.

Antwort Angelo:  
Ein erster Schritt wäre es die Mannschaften mehr in die Vereinsführung zu integrieren. Hier wäre es wichtig, dass man vor allem die Kapitäne und evtl. Trainer zu den Sitzungen hinzuholt. Dadurch können die Spieler die aktuellen Themen im Verein an die Mannschaften herantragen, um dort helfen zu können, wo es sinnvoll und machbar ist.
Letzten Endes ist die Kommunikation im Verein so wichtig! Ich denke,  da können wir uns sicherlich noch verbessern.

Corinna und Bettina:
Vielen Dank für eure Bereitschaft, um für dieses Interview Rede und Antwort zu stehen

Wir sind überzeugt, dass auch in diesen Beiträgen Anregungen zu einer neuen Symbiose zu finden sind. Wir wollen  Fortschritt wagen und vorleben!